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Eine Pilotstudie aus den USA ist zu recht überraschenden Ergebnissen gekommen. Angeblich sollen Nikotinpflaster gut gegen Demenz sein. Die ersten Schlussfolgerungen der Studie: Nikotin könne die geistige Leistungsfähigkeit steigern und das Gedächtnis von Menschen, die an einer Vorstufe von Alzheimer leiden, positiv beeinflussen. Gesundheitsexperten warnen allerdings vor einer vorschnellen Überinterpretation und verweisen auf die Vorläufigkeit der Ergebnisse.
Die Pilotstudie ergab, dass Nikotinpflaster bei Menschen mit einer leichten kognitiven Beeinträchtigung, sprich einer potenziellen Vorstufe der Demenz, zu einem verbesserten Abschneiden in kognitiven Tests geführt haben, berichtet die Fachzeitschrift "Deutsches Ärzteblatt". Der Grund: Das Nikotin stimuliert die sogenannten Acetylcholinrezeptoren im Gehirn, was verbesserte Gedächtnisleistungen bewirkt und den Betroffenen vorübergehend ermöglicht, ihre Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten. Menschen mit einer sich anbahnenden Demenz bzw. Alzheimer können so eventuell ihre kognitiven Fähigkeiten länger beibehalten. (Verlauf von Alzheimer: Was mit Demenzkranken geschieht)
Nikotinpflaster soll angeblich gegen Demenz helfen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Für die Studie des amerikanischen Neurologen und Psychiaters Paul Newhouse in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des Vanderbilt University Medical Center untersuchten die Mediziner insgesamt 74 Nichtrauchende Senioren, welche allesamt an leichten kognitiven Beeinträchtigungen litten. Über einen Zeitraum von sechs Monaten verwendeten 37 Teilnehmer echte Nikotinpflaster, die weiteren 37 bekamen lediglich Placebos verabreicht, erläutert das "ZDF".
Während verschiedener Gedächtnis-, Reaktions- und Konzentrationstests zeigte sich, dass die mit echten Nikotinpflastern behandelten Personen bessere Ergebnisse erzielten. Darüber hinaus sollen sich diese Personen generell geistig fitter gefühlt haben.
Experten warnen allerdings vor einer Überbewertung der vorläufigen Studie. Nötig sind größer angelegte Studien über einen längeren Zeitraum und mit mehr Probanden. Darüber hinaus können mit einer Behandlung mit Nikotin gefährliche Nebenwirkungen einhergehen: "Nikotin hat ein Suchtpotenzial, das zwischen Heroin und Kokain liegt. Manchmal reicht schon eine Zigarette, um süchtig zu werden", warnt Ulf Ratje, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Nikotin- und Tabakforschung, gegenüber dem "ZDF". Neben dem Suchtpotenzial kommen an gefährlichen Nebenwirkungen etwa ein steigender Blutdruck, ein erhöhtes Schmerzempfinden, die Anregung der Darmtätigkeit und Durchfälle sowie sogar Thrombosen hinzu, so Ulf Ratje weiter.
Amerikanische Forschung belegt: Koffein stoppt Alzheimer
Martina Pötschke-Langer, Expertin für Prävention und Tabakkontrolle im Deutschen Krebsforschungszentrum ergänzt ebenfalls gegenüber dem "ZDF", dass die Studie definitiv kein Freibrief für das Rauchen sei: "Tabakrauch ist ein Giftgemisch mit über 8.000 Substanzen, von denen rund 90 krebserregend sind oder im Verdacht stehen, Krebs zu bewirken." So sei auch das Nikotinpflaster auf keinen Fall zu verharmlosen. Martina Pötschke-Langer empfiehlt daher Senioren, die an einer aufkommenden Demenz leiden, sich viel zu bewegen und vielleicht sogar einen Seniorensport zu betreiben. Das wirke sich ebenfalls positiv auf die Denkleistung aus und habe keine gefährlichen Nebenwirkungen.
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