is (CF) / niw
In Deutschland leiden circa zehn bis zwölf Prozent der Bevölkerung regelmäßig unter Migräne, so die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Und dennoch sind die Auslöser für die starken Schmerzen noch nicht umfassend erforscht. Welche Ursachen Migräne haben kann und was Sie tun können.
Die Entstehung von Migräne ist noch nicht eindeutig geklärt. Forscher vermuten jedoch, dass sie durch die Reizung eines bestimmten Gehirnnervs entsteht, welche in der Hirnhaut Entzündungsstoffe freisetzt, die wiederum die Blutgefäße erweitern. Die Entzündung der Hirnhaut und des umliegenden Gewebes kann Schmerzimpulse verursachen, die dann in einem Migräneanfall münden. Während eines Migräneanfalls ist der Energieumsatz im Gehirn erhöht. Die Folge ist eine Veränderungen der Sinneseindrücke und Empfindungen.
Dadurch, dass parallel zur Entzündung auch noch der Botenstoff CGRP (Calcitonin-Gene-Related-Peptide) im Blut erhöht ist, werden die Schmerzen im Gehirn leichter weitergeleitet. Auch sind einige Nervennetze stärker erregt und der Stoffwechsel des Serotonins wird verändert. Die Folge ist ein meist einseitiger, pochender Schmerz, der teilweise so intensiv ist, dass Migränepatienten komplett außer Gefecht gesetzt sind. Dazu gesellen sich Übelkeit, Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit sowie bei manchen Patienten auch Wahrnehmungs- und Sehstörungen - die sogenannten Auren. (Migräne mit Aura: Das steckt dahinter)
Bei der Entstehung von Migräne können zahlreiche Ursachen eine Rolle spielen. Zum einen kann sie erblich bedingt sein, zum anderen können Faktoren wie Stress, Schlafmangel, Wetterwechsel oder Muskelverspannungen die Schmerzattacken auslösen. Bei Frauen können es zudem hormonelle Schwankungen kurz vor der Menstruation sein.
Migräne: Risikogen für Kopfschmerzen entdeckt
Auch Ernährungsgewohnheiten spielen eine große Rolle. So können alkoholische Getränke wie beispielsweise Sekt oder Rotwein ebenso Migräne verursachen wie Kaffee, Schokolade oder Käse. Eine letzte Ursache für Migräne kann eine Reizüberflutung, beispielsweise durch übermäßiges Fernsehen oder Stroboskope in Discotheken, sein.
Da Stress als einer der Hauptauslöser für Migräne gilt, können Methoden zum Stressabbau helfen, die Häufigkeit der Migräneanfälle zu reduzieren. Dazu gehören beispielsweise Meditation, Autogenes Training, Chi Gong oder Massagen. Auch Akupunktur hat sich in einigen Fällen als wirksam erwiesen.
Da Migräne sich bei jeder Person individuell äußert, gibt es auch kein Patentrezept. Wenn Sie häufiger unter Kopfschmerzen oder Migräne leiden, kann das Führen eines Kopfschmerz-Tagebuchs Ihnen und Ihrem Arzt helfen, die individuellen Ursachen und Auslöser Ihrer Kopfschmerzen herauszufinden und diese einzudämmen oder ganz zu vermeiden - beispielsweise durch eine Therapie mit Betablockern. Vorlagen für dieses Tagebuch erhalten Sie unter anderem bei der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMK). (Kopfschmerztagebuch: Was ist das?)
Im Notfall können rezeptfreie Schmerztabletten Linderung verschaffen. Sprechen Sie jedoch in jedem Fall mit Ihrem Arzt, sollten Sie häufig unter Kopfschmerzen oder Migräne leiden.
is (CF) / niw