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Irrtümer zum Thema Ernährung gibt es viele: „Cola und Salzstangen sind ideal bei Durchfall“ oder „Spät Essen macht dick“ und so weiter. Ebenso gibt es viele Mythen darüber, welche Lebensmittel schlank oder dick machen, und welche besonders viele Vitamine enthalten. Wir räumen auf mit den bekanntesten Ernährungs-Irrtümern.
Wer Durchfall hat, hört oft den Satz „Cola trinken und Salzstangen essen!“. Dabei ist es laut apotheken-umschau.de ein Irrtum, anzunehmen, das sei das beste Mittel. Bei Diarrhö sind die Hauptprobleme des Körpers, dass er viel Wasser und dementsprechend auch Mineralstoffe verliert. Das Koffein aus der Cola regt die Nieren an und beschleunigt somit die Wasserausscheidung. Der Zucker verstärkt diesen Effekt noch. Wenn Sie diesem Irrtum also nicht erliegen möchten, sollten Sie besser auf in der Apotheke erhältliche Elektrolytpräparate oder Kräutertees mit etwas Zucker zurückgreifen. (Ist Stevia als Süßstoff wirklich gesund?)
Salzstangen und Cola sind zwar nicht gefährlich, Zucker und Salz könnten den Durchfall allerdings sogar verstärken, erklärt Allgemeinmediziner Dr. Markus Beier der Apothekenumschau. Wenn Sie etwas essen können, rät der Arzt zu trockenem Weißbrot, gedünsteten Reis oder geriebenen Äpfeln. Besonders die im Apfel enthaltenen Pektine können helfen, weil sie Giftstoffe binden und so dem Durchfall entgegenwirken können. Wer unter Durchfall leidet, sollte außerdem zusehen, dass er seinen Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt im Gleichgewicht hält. Dazu empfiehlt sich zum Beispiel leicht gezuckerter Tee oder eine Brühe. (Hausmittel bei Durchfall: Was helfen kann)
Irrtümer zur Ernährung gibt es viele - Salzstangen helfen bei Durchfall nur bedingt (Quelle: imago)
Ein weiterer Irrtum betrifft die Kartoffel, denn vielen gilt sie als Dickmacher. Damit tun sie ihr Unrecht - erst durch die Zubereitung mit Fett, etwa in Form von Pommes oder Bratkartoffeln, werden Kartoffeln zu Kalorienbomben. Als Salz- oder Pellkartoffeln zubereitet sind sie dagegen laut Welt.de sehr gesund und tragen zu einer ausgewogenen Ernährung bei. Sie sind reich an Kalium, Vitamin C, Eiweiß und Ballaststoffen und liefern, genauso wie Nudeln, jede Menge Kohlehydrate, die satt machen.
„Spinat enthält viel Eisen“ ist wohl einer der am meisten verbreiteten Irrtümer in Sachen Ernährung. Seinen Ursprung hat der Irrtum in der falschen Notierung durch einen Wissenschaftler: Beim Niederschreiben des Eisenwerts hat er das Komma an der falschen Stelle gesetzt. Bekannt ist das bereits seit 80 Jahren und dennoch hält sich der Irrtum hartnäckig. Das meiste Eisen enthält die Petersilie. Doch keine Sorge, der Spinat steht als Eisenlieferant gegenüber anderen Gemüsesorten immer noch gut da. Eisen, das in Fleisch enthalten ist, kann jedoch vom Körper besser aufgenommen werden. (Ist Spinat der wichtigste Eisenlieferant?)
Wer spät isst, wird dadurch nicht automatisch dick – das ist ebenfalls ein verbreiteter Irrtum. Ein üppiges, spät zu sich genommenes Abendessen kann lediglich zu unruhigem Schlaf führen. Ob Ihre Ernährung Sie dick macht, ist nicht von der Uhrzeit abhängig, sondern allein von der Menge, die Sie insgesamt am Tag zu sich nehmen. (Schlafstörungen: Was Sie dagegen tun können)
Viele glauben, dass sie kalorienbewusster leben, wenn sie Light-Produkte zu sich nehmen. Dies ist jedoch ein Irrtum. Meist denkt man, da das Produkt ja "light" ist, kann man doppelt so viel davon essen. Bei Light-Produkten werden jedoch einfach natürliche Zutaten gegen andere ausgetauscht. Beispielsweise ersetzt man zu viel Fett einfach durch Wasser oder Zucker wird gegen Süßstoff ausgetauscht. Viele Produkte enthalten dazu noch jede Menge künstliche Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker, einige davon werden künstlich mit Stickstoff aufgeschäumt, mit dem Effekt, dass man keine Sättigung verspürt. Laut stiftung-warentest.de haben manche als fettarm deklarierten Lebensmittel sogar mehr Kalorien als das normale Pendant. (Lightprodukte: Warum Sie sie meiden sollten)
Übersäuerung - gibt es das wirklich?
Drei Liter Wasser am Tag - hier scheiden sich noch immer die Geister. Es ist jedoch erwiesen, dass zu viel Wasser unter Umständen ungesund sein kann. Beim Konsum von mehr als drei Litern am Tag kann es nämlich passieren, dass durch das viele Wasser das Blut verdünnt wird und somit die Salzkonzentration sinkt. Dies kann beispielsweise zu Muskelschwäche führen. Die Hälfte - also circa 1,5 Liter am Tag - reichen bei normaler Aktivität völlig aus. (Ist zu viel Trinken ungesund?)
Deshalb gilt: Hören Sie einfach auf Ihr Bauchgefühl und trinken Sie, wenn Sie Durst haben. Und dann am besten Mineralwasser, denn es ist entgegen des Irrglaubens, gesünder als Tafelwasser, welches zwar einen tollen Namen trägt, jedoch nicht mehr als angereichertes Trinkwasser ist.
Testen Sie Ihr Wissen mit unserem Quiz: Kennen Sie sich mit gesunder Ernährung aus?
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