eh (CF)
Eine anonyme Bewerbung soll für mehr Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt sorgen. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass folgende Angaben fehlen: Name, Geschlecht, Alter, Religion und Nationalität. Das Ziel: Keine Diskriminierungen mehr, allein die Qualifikation soll zählen. Was in den USA, England, der Schweiz, Schweden und nun auch Frankreich bereits üblich ist, läuft in Deutschland als Pilotprojekt bis zum März 2012.
Fünf große deutsche Firmen nehmen an dem Versuch teil: Deutsche Post, die Deutsche Telekom, das Kosmetikunternehmen L'Oréal, der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble und der mittelständische Geschenkdienstleister Mydays. Initiator des freiwilligen Projekts ist die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.
Die anonyme Bewerbung kann Vorteile haben (Quelle: imago)
Leiterin Christine Lüders stellt eines Berichts von Bild.de zufolge fest: "Studien und Beratungsfälle belegen, dass bei Migranten, Müttern und über 50-Jährigen Bewerbungen eher aussortiert werden."Ein ehrenwertes Anliegen, diese Zustände zu ändern, aber ob die Rechnung aufgeht, steht noch in den Sternen.
Selbst wenn ein Außenseiter es schaffen sollte, durch eine anonyme Bewerbung bis in ein Vorstellungsgespräch zu kommen, gewährleistet das noch lange nicht Chancengleichheit. Ein französischer Unternehmer bringt das Problem in einem Interview mit der "Zeit" ehrlich auf den Punkt: „Wenn ich gemein bin, diskriminiere ich eben in einem zweiten Schritt.“ (Bewerbung auf Stellenangebote: Machen Sie sich interessant)
Personaler sind auch nur Menschen und entscheiden oft aus dem Bauch heraus. Genau diesem, oft subjektiven Auswahlverfahren soll der Garaus gemacht werden. Laut "Bild" sind es folgende Praktiken, die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance mehr haben sollen: Persönliche Vorlieben wie beispielsweise blonde Haare rücken zugunsten von Fakten in den Hintergrund. Das Ausspionieren der Bewerber im Internet ist nicht mehr möglich. Und: Die fachliche und persönliche Eignung hat einen hohen Stellenwert.
Schwärzen Sie auf Zeugniskopien die persönlichen Daten. Legen Sie sich eine neutrale E-Mail-Adresse zu, die keinen Rückschluss auf Ihren Namen und Ihr Geschlecht erlaubt. Achten Sie darauf, keine geschlechtsspezifischen Formulierungen für Berufsbezeichnungen wie beispielsweise Assistentin zu benutzen.
Ändern Sie Ihren tabellarischen Lebenslauf und löschen Sie den gesamten ersten Block mit Ihren Daten aus dem Dokument und verzichten Sie natürlich auf ein Bewerbungsfoto. (Lebenslauf: Diese Fehler sollten Sie vermeiden)
eh (CF)
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